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„Die CDU-Stadtratsfraktion
Radebeul geht, kompetent und kreativ, mit neuen Ideen und voller Elan in das
Sitzungsjahr 2005/2006“, resümiert Fraktionschef Dr. Ulrich Reusch die
Klausurtagung vom 14. bis 16.10.2005 auf Schloss Schleinitz bei Lommatzsch.
„Gewiss hat auch die besondere Atmosphäre dieser historischen Tagungsstätte zum
Erfolg unserer zweieinhalbtägigen Beratungen beigetragen“.
Zum Auftakt ihrer
traditionellen Herbst-Klausur, stets an wechselnden Orten im Landkreis oder in
der Region, konnte die CDU-Fraktion zahlreich Politprominenz aus dem Landkreis
und der Lommatzscher Pflege begrüßen. Zunächst hieß der Bürgermeister der
Gemeinde Leuben-Schleinitz, Gerhard Doleschal (FDP), die Radebeuler willkommen
und gab einen kurzen Abriss zur Situation seiner Landgemeinde. Der Meißner
Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Jahr (CDU) berichtete aktuell aus Berlin zu den
Koalitionsverhandlungen. Am politischen Gedankenaustausch nahm auch die neu
gewählte Bürgermeisterin von Lommatzsch, Anita Maaß, teil.
Erstes Sachthema noch am
Freitagabend war die Verkehrsentwicklung im Landkreis Meißen und in der Stadt
Radebeul aufgrund eines Vortrages des Leiters des Straßenbauamtes Meißen,
Wohsmann, der anschaulich und engagiert über die wichtigsten Vorhaben und
Projekte referierte und sich zuversichtlich gab, dass die Elbequerung in
Niederwartha nun zügig realisiert wird. Fraktionschef Dr. Ulrich Reusch: „Es ist
sehr wahrscheinlich, dass mit den Bauarbeiten für die Niederwarthaer Brücke noch
in diesem Jahr begonnen werden kann. Dies ist ein wichtiges Signal nicht nur für
Radebeul, sondern für die gesamte Region! Wir begrüßen nachdrücklich, dass die
Verkehrsbehörden des Freistaates nichts unversucht lassen, den ursprünglichen
Zeitplan einzuhalten. Wir alle brauchen diese Brücke dringend!“.
Der Umweltdezernent des
Landkreises, Andreas Herr, stellte das Pilotprojekt „Landwirtschaft und Ökologie
in der Lommatzscher Pflege“ vor. Nach Auffassung der CDU-Stadtratsfraktion wird
damit beispielhaft und erfolgreich ein natürlicher Lebensraum nach dem Raubbau
zu DDR-Zeiten reaktiviert. „Wir haben zahlreiche Anregungen auch für Radebeul
mitnehmen können“, erklärt Dr. Ulrich Reusch.
Möglichkeiten eines die
verschiedenen Kultur- und Bildungseinrichtungen vernetzenden Bildungsverbundes
war das Thema eines instruktiven Vortrages von Prof. Dr. Roland Schöne von der
Technischen Universität Chemnitz am 1. Sitzungstag. Die CDU-Fraktion wird das
Thema weiterverfolgen mit dem Ziel, die Angebote für die Bürgerinnen und Bürger
zu verbessern, Synergien unter den Einrichtungen zu erreichen und ihnen neue
Aufgabenfelder und Einnahmequellen zu erschließen. „Wir werden nach einem
intensiven Meinungsaustausch mit den Beteiligten dazu im Stadtrat aktiv werden“,
kündigte Fraktionschef Dr. Ulrich Reusch an. „Insbesondere gilt es,
„Bildungsdienstleistungen“ auch mit Blick auf europäische Interessenten zu
entwickeln. Wenn Ressourcen gebündelt werden, kann man eine andere Qualität
erreichen. So kann es gelingen, Bildungsangebote zu machen, Veranstaltungen nach
Radebeul zu holen, von denen auch Wirtschaft und Tourismus in unserer Stadt
profitieren“.
Die politisch höchst aktuelle
Frage der Funktional- und Verwaltungsreform wurde im Rahmen eines Vortrages
unseres Unionsfreundes Dr. des. Jens Baumann erörtert, der aus seiner gerade
erschienenen Dissertation die Kreisgebietsreform der 90er Jahre in Sachsen einer
kritischen Bilanz unterzog. „Die damalige Reform war gewiss ein Lehrstück und
sollte uns heute sehr zu denken geben“, erklärte Fraktionschef Dr. Ulrich
Reusch. „Die Studien von Jens Baumann machen deutlich, dass letztlich alle
Entscheidungen von politischen Setzungen und Entscheidungen ausgingen, weniger
von Sacherwägungen. Wir sollten uns also keine Illusionen darüber machen, wie
sich solche Prozesse entwickeln können. Gleichwohl gehe ich derzeit davon aus,
dass es bei der Zielrichtung bleibt, zunächst und vor allem die staatlichen
Strukturen zu reformieren!“.
Ähnlich äußerte sich die
Landtagsabgeordnete Karin Strempel (CDU), die einer kommunalen Neuordnung von
oben eine eindeutige Absage erteilte und vor allem den Freiwilligkeitsgrundsatz
betonte. Anders sei eine Reform mit der CDU-Landtagsfraktion nicht zu machen. Im
übrigen wandte sich Frau Strempel kritisch gegen den von der Staatsregierung
aufgemachten Zeitdruck der Beratungen. Die CDU-Fraktion unterstützte sie
ausdrücklich in dem Anliegen, die Reform nur mit, nicht etwa gegen die
kommunale Ebene zu betreiben.
Fraktionschef Dr. Ulrich
Reusch betonte: „Die Schaffung größerer kommunaler Einheiten darf keinesfalls
mit einem Verlust von Bürgerbeteiligung einhergehen. Größere Kreise muss also
zumindest auch heißen: größere Kreistage!“.
Am 2. Sitzungstag tauschte
sich die Fraktion eingehend zu Fragen des Denkmalschutzes in Radebeul aufgrund
eines Vortrages von Dietrich Lohse und weiter zu zentralen Fragen der
Stadtentwicklung aus. Als Aufgabenfelder für die weitere Arbeit wurden dabei
festgelegt: Behutsame und vor allem: vorausschauende Stadtentwicklung aufgrund
einer genauen Betrachtung der einzelnen Stadtquartiere, um bereits im Vorfeld
von Einzelentscheidungen konsequent agieren zu können; Schaffung von
Gestaltungssatzungen oder ähnlicher Regelungen, um das prägende Ortsbild
zu sichern; Maßnahmen gegen Schwarzbauten; Konzeptionen für den ruhenden
Verkehr u. a. in Altkötzschenbroda. Auf Initiative von Wolfgang Jacobi
verständigte sich die Fraktion darauf, die Weinbergstraße als Flaniermeile der
Oberlößnitz zu sichern und aktuell entsprechende Maßnahmen
mit Bezug auf die
Parkordnung zu treffen.
Dr. Ulrich Reusch
Radebeul, 17.10.2005 |