Rede zum 25-jährigen Amtsjubiläum des Ersten Bürgermeisters der Stadt Radebeul Dr. Jörg Müller
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, lieber Herr Dr. Müller,
es ist mir eine besondere Ehre und persönliche Freude, dass Sie mich gebeten haben, aus Anlass Ihres 25-jährigen Amtsjubiläums heute hier zu Ihnen und den Gratulanten, die sich zu Ihren Ehren eingefunden haben, zu sprechen. Ich habe dieser Bitte nur zu gerne entsprochen, und zwar nicht nur als Vorsitzender des Ältestenrates oder der stärksten Fraktion im Stadtrat, sondern auch ganz persönlich. Denn Sie waren mir in diesen 25 Jahren und in den genannten Funktionen ein stets aufgeschlossener, höchst kompetenter und geschätzter Partner für all die vielen fachlichen Belange Ihres Geschäftsbereiches, und dafür bin ich Ihnen sehr zu Dank verpflichtet. Wir sind seit 25 Jahren, eine Generation lang, Weggefährten in der Radebeuler Stadtpolitik: Auf Sie war immer Verlass.
Sie traten das Amt des Ersten Bürgermeisters, verantwortlich für die Stadtplanung und die Stadtentwicklung, in einer recht schwierigen Zeit an. Der Stadtrat und die hauptamtliche Stadtverwaltung waren ziemlich zerstritten. Ihr Vorgänger im Amt hatte zweifellos seine Verdienste, aber mit seiner mitunter allzu forschen und rigiden Art viele verprellt, so dass sein Weggang kaum jemanden betrübte. Die Erwartungen an Sie, der Sie das Amt am 1. April 2001 antraten, waren entsprechend hoch, und Sie haben sie vom ersten Tag an mit ihrer verbindlichen, fachlich versierten und freundlichen Art erfüllt. So nimmt es auch nicht wunder, dass der Stadtrat Sie seither gleich dreimal im Amt bestätigte, ein Zeichen auch persönlicher Wertschätzung, ein Rekord, den sonst nur – mit einem halben Jahr versetzt – unser Oberbürgermeister Bert Wendische, allerdings durch Volkswahl, erreicht hat.
Heute können wir mit Fug und Recht von einer Ära Dr. Jörg Müller in der Stadtentwicklung sprechen und auf das, was Sie in dieser Zeit erreicht haben, mit Stolz und vor allem mit Dankbarkeit zurückblicken. Sie haben wir kein anderer das Stadtbild Radebeuls nach der Wende geprägt. Zumal die erfolgreichen Sanierungsgebiete tragen Ihre Handschrift. Hatten wir vor Ihrer Zeit noch konstatieren müssen, dass buchstäblich Ströme von Fördermitteln an Radebeul vorbeiflossen, so ist es unter Ihrer Ägide gelungen, gleich mehrmals staatliche Städtebauförderung einzuwerben. Sie haben also wirklich Maßstäbe gesetzt. Und Sie haben noch vieles vor: die Vision für die kulturelle Mitte Radebeuls.
Mit dem Stadtrat haben Sie stets vertrauensvoll, ja vorbildlich kooperiert. Sie waren und sind im Umgang immer fair und sachlich, fachlich versiert, dabei loyal nach allen Seiten, nicht zuletzt aber auch humorvoll und vor allem geduldig und ruhig geblieben, was gewiss nicht immer einfach war. In der Sache waren und sind Ihnen faule Kompromisse fremd: Sie stehen zu Ihren Prinzipien und Überzeugungen, vertrauen auf das gute Argument und setzen, wie gesagt: geduldig, auf die Einsichtsfähigkeit aller Beteiligten. Selbst in manch aufgeheizten Diskussionen bewahren Sie stets die Kontenance des Fachmanns. Darf man, muss man das preußisch nennen? Ich denke: im besten Sinne des Wortes: ja! Ihr Ethos ist tief vom christlichen Glauben geprägt. Ihre heimliche Liebe gilt der Kultur. Daher haben Sie sich auch für die Karl-May-Stiftung einspannen lassen.
Heute gilt Ihnen unser herzlicher Dank für Ihre großartige Lebensleistung in Radebeul!